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Die Sicherheitsunterweisung
Im Arbeitsschutz gibt es Informations- und Kommunikationspflichten, die der Arbeitgeber den Beschäftigten gegenüber hat. Eine davon ist die Unterweisung. Grundlage der Sicherheitsunterweisungen ist das Arbeitsschutzgesetz § 12 "Unterweisung". Angelehnt an das Arbeitsschutzgesetz wird dann die Pflicht zur Unterweisung in den unterschiedlichsten Vorschriften und Regeln, zum Beispiel in der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) § 12 "Unterweisung und besondere Beauftragung von Beschäftigten" oder der Gefahrstoffverordnung § 14 "Unterrichtung und Unterweisung der Beschäftigten" gefordert. Eine mündliche Unterweisung face to face ist im Regelfall einer Unterweisung über technische Hilfsmittel vorzuziehen. Z. B. wird in der Betriebssicherheitsverordnung explizit eine mündliche Unterweisung gefordert. Es gibt Berufsgenossenschaften, die rein technische Lösung als Unterweisung nicht anerkennen.
Zweck der Sicherheitsunterweisung
Zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen im Bereich Sicherheit und Gesundheit müssen diese über die konkreten Bedingungen und das richtige sicherheitsrelevante Verhalten am jeweiligen Arbeitsplatz oder bei der Erfüllung der Arbeitsaufgabe aufgeklärt werden. Nur wenn die Mitarbeiter Kenntnis von den Gefährdungen und den unter Einbeziehung der Gefährdungsbeurteilung vorgesehenen Maßnahmen zur Vermeidung von Gefahren für ihre jeweilige Tätigkeit erhalten, kann diesen Gefährdungen durch die Beschäftigten wirksam begegnet werden.
Die Inhalte der jeweiligen Unterweisung sollen dokumentiert werden. Sinn dieser Dokumentation ist es, im Nachgang zu eventuellen Arbeitsunfällen vonseiten des Unternehmers und weiterer Verantwortliche im Arbeitsschutz nachweisen zu können, dass die Pflichten im Arbeitsschutz erfüllt wurden. In verschiedenen Vorschriften und von verschiedenen Berufsgenossenschaften (zum Beispiel der BG ETEM) wird gefordert, dass der Erhalt der Unterweisung durch die Beschäftigten per Unterschrift bestätigen werden muss. Flankiert werden die Unterweisungen im Bereich der Informations- und Kommunikationspflichten von der Gefährdungsbeurteilung und den Betriebsanweisungen des Unternehmens.
Anlässe für eine Sicherheitsunterweisung
Es gibt eine Vielzahl von Anlässen, die eine Unterweisung der Beschäftigten neben den in den Gesetzen und Vorschriften geforderten Sicherheitsunterweisung angebracht erscheinen lässt. Daher können hier nur die wichtigsten Gründe exemplarisch aufgelistet werden:
  • Die Ersteinweisung vor Aufnahme einer Tätigkeit.
  • Die Unterweisung vor der Übernahme einer neuen Tätigkeit.
  • Bei Veränderungen in den Arbeitsabläufen.
  • Bei Änderungen im Aufgabenbereich.
  • Bei der Einführung von neuen Betriebsmitteln, neuen Technologien oder neuen Arbeitsstoffen.
  • Über die Ergebnisse von Begehungen des Betriebes.
  • Über Gefährdungen die sich aus der Gefährdungsbeurteilung ergeben.
  • Über den Inhalt von Betriebsanweisungen.
  • Nach Unfällen, beinahe Unfällen oder anderen Schadensereignissen (zum Beispiel Brand).
Inhalte einer Sicherheitsunterweisung
In der Unterweisung müssen die Beschäftigten über die mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen und die Maßnahmen zu ihrer Verhütung unterwiesen werden. Darüber hinaus müssen die Vorschriften und Regeln der Unfallversicherungsträger (z. B. Berufsgenossenschaften) für die jeweilige Tätigkeit vermittelt werden. Dies muss in verständlicher Weise erfolgen. D. h. zum Beispiel, dass gewisse Unterlagen oder auch mündliche Unterweisung so abgefasst werden müssen, dass die Beschäftigten diese eventuell in ihrer Erstsprache verstehen.
Die jeweilige Unterweisung muss mindestens folgende Themen beinhalten:
  • Die konkreten Gefährdungen auf einen Arbeitsplatz oder auf eine Arbeitsaufgabe hin bezogen.
  • Die Inhalte von Betriebsanweisungen.
  • Das konkrete gewünschte Sicherheitsverhalten von Beschäftigten.
  • Die im Unternehmen vorgesehenen Maßnahmen im Notfall.
  • Die vorhandenen und zu beachtenden Schutzmaßnahmen.
  • Die für die jeweilige Situation wichtigen Inhalte der gültigen Vorschriften und Regeln.
Methodisches Vorgehen während einer Sicherheitsunterweisung
Eine Unterweisung soll keine Informationseinbahnstraße werden. Der Stoff einer Unterweisung soll im besten Fall informieren, motivieren, trainieren, fördern und überzeugen. Eine gute Herangehensweise ist das Hinzuziehen und Einbinden der Beschäftigten innerhalb der Unterweisung. Die Förderung eines Austausches der Beschäftigten über den Gegenstand der Unterweisung ist ein geeigneter Weg, das gelernte Wissen zu vertiefen.
Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer der Sicherheitsunterweisung
Laut dem Arbeitsschutzgesetz § 12 "Unterweisung" muss die Häufigkeit der Unterweisung an die Gefährdungsentwicklung angepasst sein und erforderlichenfalls wiederholt werden. Der § 4 der DGUV Vorschrift 1 "Prävention" fordert, dass die jeweilige Unterweisung mindestens jährlich erfolgen muss und wenn es der Gefährdungssituation entspricht wiederholt werden muss.
Die Pflicht jährlich zu unterweisen, gibt eine unterste Linie vor. Es können sich aus den unterschiedlichen Gesetzen, Vorschriften und Regeln abweichende Zeithorizonte für die Durchführung von Unterweisung ergeben. Bei speziellen Gefährdungen besteht eventuell sogar eine tägliche Pflicht zur Unterweisung. Als Beispiel eines kürzeren Unterweisungsintervalls kann das Jugendarbeitsschutzgesetz genannt werden, welches eine halbjährliche Unterweisung fordert.
Es besteht eine gesetzliche Pflicht, nach Unfällen oder Beinaheunfällen die Unterweisung zu wiederholen.
Eine direkte zeitliche Länge der Unterweisung wird nicht vorgeschrieben. Es wird jedoch drauf hingewiesen, dass die Unterweisung sich dem Unterweisungsgegenstand anzupassen hat und in direktem Zusammenhang mit der jeweiligen Gefährdungslage zu stehen hat.
Personen, die die Sicherheitsunterweisung durchführen
Im Allgemeinen sollen die entsprechenden Fach- und Führungskräfte die Unterweisung durchführen. Zur Unterstützung sollen die Fachkraft für Arbeitssicherheit und/oder der Betriebsarzt oder weitere Unterstützung herangezogen werden. In enger Absprache mit den jeweiligen Verantwortlichen kann auch die Fachkraft für Arbeitssicherheit mit ihrem speziellen Wissen die Unterweisung durchführen.
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